Der Retail City Index 2025, veröffentlicht von JDM Retail und Oxford Economics, wirft ein neues Licht auf die attraktivsten städtischen Märkte für die Expansion des Einzelhandels in Europa. Ziel des Index ist es, Akteure aus Einzelhandel, Gastronomie und Freizeitwirtschaft bei Standortentscheidungen zu unterstützen. Er bewertet die 30 führenden europäischen Städte anhand von drei zentralen Kriterien: Marktgröße, zukünftiges Ausgabepotenzial und Geschäftsklima.
Besonders stark vertreten ist Deutschland: Gleich sechs deutsche Städte schaffen es unter die Top 30 – mehr als in jedem anderen Land. Damit übertrifft Deutschland traditionelle Schwergewichte wie Großbritannien, Frankreich und Italien.
Der Index macht deutlich, dass deutsche Städte durch ihr konzentriertes Einkaufsverhalten, ihre hohe Kaufkraft und ein attraktives Geschäftsklima ideale Voraussetzungen für den Einzelhandel bieten – und damit außergewöhnliche Expansionschancen für Marken eröffnen.
Deutschlands Top-Retail-Städte 2025

Deutschlands Stärke zeigt sich nicht allein in der Präsenz Berlins, sondern ebenso in der geografischen und wirtschaftlichen Vielfalt seiner Städte. Jedes urbane Zentrum verfügt über ein eigenes Profil – und macht das Land damit zu einer besonders vielschichtigen Chance für den Einzelhandel.
Berlin: Die Hauptstadt der Beständigkeit
Mit Platz 3 im gesamteuropäischen Ranking positioniert sich Berlin als starker Allrounder. Zwar liegt das gesamte Einzelhandelsvolumen von 7,55 Milliarden Euro hinter Metropolen wie Madrid oder Mailand, doch punktet die Hauptstadt mit einem höheren Innenstadtanteil – begünstigt durch die begrenzte Konkurrenz im Umland. Eine zentralisierte Bevölkerung, hohe Besucherfrequenzen und eine leistungsfähige Infrastruktur schaffen ideale Bedingungen sowohl für globale Marken als auch für erlebnisorientierte Retail-Konzepte. Dank ausgewogener Werte in Marktgröße, Wachstumspotenzial und Geschäftsklima ist Berlin die bestplatzierte deutsche Stadt im Index.
München: Wohlhabend und international
Mit einem Einzelhandelsvolumen von 5,13 Milliarden Euro belegt München europaweit Platz 7. Die Stadt verbindet Wohlstand, Tourismus und eine starke Markenpräsenz und fungiert zugleich als Tor zu Süddeutschland und Österreich. Besonders Premium- und Lifestyle-Marken finden hier ideale Voraussetzungen. Eine stabile Wirtschaft sowie hohe Besucherfrequenzen verstärken zusätzlich die Anziehungskraft der bayerischen Metropole.
Hamburg: Ein Hafen für den Handel
Auf Platz 11 überzeugt Hamburg mit einer kompakten Innenstadt und starker lokaler Nachfrage. Die hohe Zentralisierung verringert Ausgabenabflüsse ins Umland. Eine hervorragend ausgebaute Handelsinfrastruktur sowie ein wohlhabender, zugleich vielfältiger Bevölkerungsmix schaffen ideale Voraussetzungen sowohl für Massenmarkt- als auch für Premiumformate.
Frankfurt: Kompakt, aber lukrativ
Trotz kleinerer Bevölkerung und geringerer Gesamtausgaben von 4,17 Milliarden Euro erreicht Frankfurt im Ranking den 18. Platz. Ausschlaggebend sind die hohe Kaufkraft und ein attraktives Geschäftsklima. Als globales Finanzzentrum mit exzellenter internationaler Anbindung eröffnet die Stadt Einzelhandelschancen, die über das reine Konsumvolumen hinausreichen – insbesondere im Luxus- und Business-Travel-Segment.
Köln: Ausgewogen und skalierbar
Auf Platz 21 präsentiert sich Köln mit einem stabilen und ausgewogenen Profil. Bei einem Einzelhandelsumsatz von knapp 4 Milliarden Euro überzeugt die Stadt durch ihre kulturelle Bedeutung, hohe Bevölkerungsdichte und eine skalierbare Stadtplanung. Damit ist Köln besonders attraktiv für Händler, die auf geringeres Risiko und moderates Wachstum setzen.
Düsseldorf: Kompakt und hocheffizient
Mit Platz 26 komplettiert Düsseldorf die deutschen Spitzenplätze im Ranking. Zwar ist der Markt kleiner, doch seine starke Zentralisierung und das internationale Flair – insbesondere in Mode und Design – machen die Stadt attraktiv. Für Händler bietet Düsseldorf einen strategisch klugen Einstiegsmarkt für selektive Expansion.
Warum Deutschland für den Handel funktioniert
Mehrere makroökonomische Faktoren untermauern Deutschlands starke Platzierung im Index:
- Zentralisierter städtischer Handel mit begrenztem Abfluss ins Umland
- Hohe Kaufkraft der Verbraucher:innen
- Transparente Verwaltung und wirtschaftliche Stabilität
- Ein Städtenetz mit skalierbaren, differenzierten Einstiegspunkten
Während andere europäische Metropolen mit schnellerem Wachstum oder größeren Einzelmärkten punkten, überzeugt Deutschland vor allem durch Beständigkeit und strategische Tiefe.
Für internationale Händler, die in einem kontrollierten und renditestarken Umfeld expandieren möchten, bietet Deutschland sechs überzeugende Städte – jede mit eigenen Stärken, alle jedoch vereint durch Stabilität und Kundenbindung.
Fazit
Deutschland ist nicht nur der größte Markt Europas – es ist auch der verlässlichste und am klarsten strukturierte für nachhaltigen Retail-Erfolg. Vom Flagship-Potenzial Berlins bis zur Boutique-Effizienz Düsseldorfs zeigt der Retail City Index 2025 eines deutlich: Deutschland spielt nicht nur mit – es gibt das Tempo vor.